München braucht Olga!

Unterstützerkreis für eine bunte, vielfältige Metropole

Seit knapp acht Jahren gibt es nun in München die Bauwagen-Initiative Stattpark Olga. An drei verschiedenen Standorten im Münchner Stadtgebiet hat sich über diese Zeit das Projekt, das ursprünglich aus einer kleinen Gruppe von Erwachsenen und Kindern, die ihren Traum von einem alternativen Leben verwirklichen wollten zu einer fixen Größe des soziokulturellen Lebens in München gemausert.

Auf dem kleinen Wagenplatz, der aktuell in Sendling steht, finden wöchentlich ein Platzcafé mit Konzerten, Vorträgen und Filmvorführungen, sowie eine öffentliche Fahrradreparier-Werkstatt , Selbsthilfe- Workshops und zahlreiche Angebote für die direkte Nachbarschaft statt. Die Angebote von Olga sind immer kostenlos und somit besonders attraktiv für Leute mit wenig Geld. So finden sich unter den zahlreichen Gästen von Stattpark Olga viele Geflüchtete und sozial Schwache.

Mit ihrer selbst angeschafften Veranstaltungstechnik, diversen Gerätschaften, Werkzeugen und ihrem umfangreichen Fuhrpark unterstützt Stattpark Olga regelmäßig andere sozialen Projekte und Einrichtungen, wie zum Beispiel die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco. Meist wird das benötigte Fachwissen und die Arbeitskraft gleich tatkräftig von Bewohnerinnen und Bewohnern von Stattpark Olga mitgeliefert. Immer solidarisch, engagiert und kostenlos!

Doch Olga ist bedroht

Die Landeshauptstadt hat die letzten acht Jahre Stattpark-Olga ermöglicht, indem sie dem Projekt drei mal innerstädtische Brachflächen vermietet hat. Dafür verdient die Landeshauptstadt unser uneingeschränktes Lob und unseren Respekt, denn das war sicher nicht immer einfach durchzusetzen, aber gut und richtig! Nun endet der aktuelle Mietvertrag und Stattpark Olga hat von der Landeshauptstadt bis jetzt leider keinen Standplatz angeboten bekommen, an dem sich das Projekt sinnvoll weiterführen ließe. Denn weder auf einer Freifläche inmitten der Großbaustelle Freiham noch auf dem Gelände eines ehemaligen Wertstoffhofs bei Lochhausen, lässt sich ein soziokulturelles Projekt wie Stattpark Olga weiterführen, dass ja auf einen Platz in der Stadtgesellschaft angewiesen ist. Wer sich um ein vielfältige Stadtleben bemüht, muss ein Teil dieses Lebens bleiben, sprich Olga braucht dazu die Stadt und eine direkte Nachbarschaft!

Warum erzählen wir das?

Weil wir finden eine Weltstadt wie München kann solche Freiräume wie Stattpark Olga dringend gebrauchen. Es sind nämlich diese unkommerziellen und unverwechselbaren Orte, die eine Stadt besonders bunt, offen und lebenswert machen. Auch wenn wir selbst keine regelmäßigen Gäste und NutznießerInnen von Stattpark Olga sind, finden wir es dennoch ungemein wichtig, dass diese Freiräume für das sozio-kulturelle Leben unserer Stadt erhalten werden. Sie gehören einfach dazu!

Deshalb möchten wir mit unserem offenen Brief die Landeshauptstadt München und Herrn Oberbürgermeister Dieter Reiter ermuntern, der Initiative Stattpark Olga eine geeignete Fläche innerhalb des mittleren Ringes beziehungsweise einen gut erreichbare Standplatz dauerhaft zur Miete anzubieten, um dem Projekt eine echte Perspektive in München zu geben. München wäre ärmer ohne Olga. München braucht Olga und Olga braucht München.

In diesem Sinne – herzliche Grüße
die Unterzeichnenden

Andrea Huber, Köşk, Färberei München
Björn Bicker, Autor
Doris Dörrie, Regisseurin
Faltsch Wagoni, Silvana und Thomas Prosperi, KabarettistInnen
Georg Benneke, Wogeno und Glockenbachwerkstatt
Georg Ringsgwandl, Musiker
Gert Wohlgemuth, Taxiverband München
Gregor Beiner, Münchner Taxizentrum
Johann Schuster, Freiheizhalle
Hamadou Dipama, Migrationsbeirat München
Harriet Austen, Lichterkette München e.V.
Heiko Schulte, Hallenleitung Gastronomie Muffatwerk
Helmut Schleich, Kabarettist
Karin Lohr, BISS
Keno Langbein, Musiker Moop Mama
Konstantin Wecker, Liedermacher und Poet
Marcus Rosenmüller, Regisseur
Matthias Lilienthal, Intendant der Müchner Kammerspiele
Matthias Weinzierl, Bellevue di Monaco
Peter Probst, Drehbuchautor
Peter Schmidt, Vorstand der WOGENO München eG.
Sabine Ruchlinski, Münchner Kulturraum e.V.
Sibylle Stöhr, Bezirksausschußvorsitzende BA 08
Siegfried  Benker, Münchenstift
Stefanie Lux, Kreisjugendring München -Stadt
Stephan Lessenich, Soziologe und Professor LMU
Thiess Marsen, Journalist
Thomas Lechner, Gemeinsam für Demokratie und Menschenrechte
Thomas Kremer, Vorstand der WOGENO München eG
Tuncay Acar, Veranstalter
York Runte, Mietshäuser Syndikat Bayern
Yvonne Außmann, Vorstand der WOGENO München eG